Heute wird’s unterirdisch

Veröffentlicht am 16. September 2026 um 01:21

Nach unserer tollen Radtour am Vortag stand heute wieder etwas Ruhigeres auf dem Programm. Wir wollten uns alte Schieferminen bei Llanfair anschauen und danach das Harlech Castle besichtigen. Passend zum Programm sollte es auch wieder regnen, was uns in diesem Fall allerdings nicht störte. Falls ihr euch fragt, ob unser Dach inzwischen immer noch dicht ist, können wir das bestätigen. Christophs Reperaturarbeiten hatten tatsächlich genau den Kern des Problems getroffen.

Kaum waren wir bei den Llanfair Slate Caverns angekommen, setzte der Regen auch schon ein und sollte uns noch den Großteil des Tages begleiten. In den Minen war es allerdings trocken und vom Wetter draußen würde man dort unten überhaupt nichts mitbekommen. Benji durfte ebenfalls mit, denn die Mine warb sogar ausdrücklich mit „completely dog friendly“. Für uns natürlich perfekt!

An der Kasse im kleinen Souvenirshop vor dem Mineneingang kauften wir unsere Tickets – wir zahlten 10 Pfund pro Person – und bekamen zwei Helme als Leihgabe. Helmpflicht galt hier tatsächlich, denn die Decken waren stellenweise ziemlich niedrig und man sollte sich schließlich nicht den Kopf anstoßen. Eine Taschenlampe wurde empfohlen, zwingend notwendig war sie allerdings nicht, da die Höhlen inzwischen gut ausgeleuchtet sind. Zum Lesen der Infotafeln und vor allem zum Fotografieren war unsere zusätzliche Lampe aber durchaus hilfreich.

Anbei ein kleiner Exkurs zu unserer Erfahrung unter Tage

Die neun Höhlen der ehemaligen Schiefermine konnten wir komplett auf eigene Faust erkunden. Es war zwar weitestgehend trocken, aber dafür etwas kühl hier unten. Und je weiter wir in den Berg hineinkamen, desto mehr bekamen wir einen Eindruck davon, unter welch harten Bedingungen die Menschen hier früher gearbeitet hatten. Die Höhlen wurden vor mehr als 100 Jahren von Hand angelegt und ursprünglich gab es unter Tage als Lichtquelle tatsächlich nur Kerzen. Die Ressourcen waren knapp und so erhielt ein Mienenarbeiter nur eine Kerze am Tag und musste sich, wenn er mehr Licht benötigte, selbst weitere Kerzen mitbringen oder im Dunkeln weiterarbeiten.

Der Rundgang begann in der großen Eingangshalle. Durch eine Öffnung in der Decke, die den Namen „The Window“ trägt, fällt hier noch Tageslicht in die Mine. Gleichzeitig sorgte diese Öffnung für Belüftung.

 In dieser Kammer befand sich früher außerdem eine große Winde, mit der die schweren Schieferblöcke aus tiefer gelegenen Bereichen nach oben gezogen wurden, um dann mit einem LKW abtransportiert zu werden. In der Mitte der Höhle konnten wir außerdem noch das alte Bohrwerkzeug (eine Eisenstange mit einem Gewicht daran) erkennen, mit dem die Bergleute Löcher von Hand in das Gestein schlugen. Ein einziges Loch konnte dabei bis zu sechs Stunden Arbeit bedeuten und bis zu zwei Meter tief sein. Sobald das Loch tief genug war, konnte Sprengstoff hineingesteckt und somit der Fels gesprengt werden.

Die Bergleute kletterten an Ketten oder Seilen nach oben und sicherten sich dort mit diesen um einen Oberschenkel herum, wenn sie in höheren Bereichen der Felswand arbeiteten. Auch die Größen und Bezeichnungen der fertigen Schieferplatten wurden in der Eingangshalle dargestellt. Die unterschiedlichen Formate trugen Namen von weiblichen Adelstiteln, nach aufsteigender Größe, wie Empress, Princess, Duchess, Countess, Lady oder Viscountess. Dieses System wurde im 18. Jahrhundert entwickelt und später in der Schieferindustrie weit verbreitet.

Über die Jacob’s Ladder (auch Himmelsleiter genannt) ging es in die zweite Ebene der Höhle nach unten. Eine dritte Ebene gab es auch, nur ist diese heute nicht mehr begehbar, da sie unter Wasser liegt. Auch damals musste diese Ebene jeden Tag ausgepumpt werden, um darin arbeiten zu können.

Um eine neue Höhle anzulegen wurde von den Bergleuten zunächst ein schmaler Tunnel (ca. 1 qm Durchmesser) in den Fels getrieben und anschließend immer weiter verbreitert. Danach übernahmen die sogenannten Rockmen, die den Schiefer aus der entstandenen Kammer herausarbeiteten / sprengten. Diese Felsblöcke konnten unter Umständen mehr als drei Tonnen schwer sein, weshalb sie für den Abtransport in kleinere Stücke zerteilt wurden. 

Die Infotafeln erzählten aber nicht nur von der Arbeit selbst, sondern auch sehr viel über das Leben der Mienenarbeiter. Und genau das hat uns teilweise ziemlich sprachlos gemacht. Die Männer arbeiteten sechs Tage pro Woche von morgens bis in den späten Nachmittag hinein – tief unter der Erde und nur bei Kerzenlicht. Stundenlang in dieser Dunkelheit zu arbeiten, mit einfachen Handwerkzeugen und unter teilweise sehr schwierigen Bedingungen, muss unglaublich anstrengend gewesen sein.

Noch schlimmer fanden wir die Geschichte der Kinderarbeit. Schon Jungen im Alter von gerade einmal zwölf Jahren sollten hier ihre Arbeit beginnen. Jeder musste ein Ritual durchlaufen. Dieses besteht daraus, dass ein Junge an seinem ersten Arbeitstag von einem älteren Mienenarbeiter die Nasenspitze eingeritzt bekommt, bis sie blutet. Damit sollte geprüft werden, ob der Junge mutig genug war, um Mienenarbeiter zu werden. Wer dabei weinte, war nicht Manns genug dafür. Damit begann die Ausbildung, die bis zum 18. Lebensjahr dauerte. 

Am Ende ihrer Lehrzeit mussten die Lehrlinge einen sogenannten „Slate Fan“ herstellen – ein etwa zweieinhalb Zentimeter dickes Stück Schiefer, das sie in 25 bis 30 hauchdünne Teile spalten und anschließend wie einen Fächer auffächern mussten.

Eine ziemlich eindrucksvolle Demonstration dafür, wie viel Geschick beim Bearbeiten des Schiefers notwendig war. Im Souvenirshop konnten wir einen originalen Slate Fan besichtigen. 

Die Arbeit im Bergwerk war außerdem häufig eine Familienangelegenheit. Die Jungen arbeiteten neben ihren Vätern, Onkeln und Cousins und verdienten trotz ihres jungen Alters bereits einen Lohn. Schule spielte dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Viele lernten überhaupt nicht zu lesen oder wenn überhaupt nur ein wenig aus der Bibel. 

Am Ende der Höhlen auf Ebene 2 befand sich die sogenannte Caban. Das war ein Aufenthalts- und Pausenraum der Mienenarbeiter. Denn auch wenn die Arbeit hart war, brauchten die Männer natürlich irgendwann eine Pause. Hier aßen sie ihr mitgebrachtes Brot, Butter, etwas Fleisch und tranken Tee. Für ihre etwa halbstündige Mittagspause kamen sie hier zusammen, sangen, rezitierten Gedichte, lasen Zeitung (wer lesen konnte klärte die anderen damit über das Weltgeschehen auf) und diskutierten über alles Mögliche. Der Caban war damit viel mehr als nur ein Pausenraum – er war ein wichtiger sozialer Treffpunkt innerhalb der Mine.

Die Minenarbeiter waren zudem sehr abergläubig und so durften Frauen die Mienen nicht betreten und es durfte nicht geflüstert werden, da beides den Teufel heraufbeschwören könne.

In einem der Höhlengänge, der allerdings abgesperrt war, wurde früher, wie auch heute noch, Käse zur Reife gelagert. 

Nach dieser wirklich interessanten, aber teilweise auch bedrückenden Exkursion verließen wir die Mine nach gut 1,5 Stunden wieder. Die Llanfair Slate Caverns liegen ungefähr 60 Meter unter der Erde – und wir waren ehrlich gesagt ganz froh, wieder Tageslicht zu sehen.

Draußen regnete es inzwischen noch mehr und wir flüchteten uns wieder in den Souvenirshop.

Dort fanden wir noch interessante Informationen zu drei Schieferkunstwerken, die alle einmalig waren. Eines der Kunstwerke hing hier im Shop aus. Besonders witzig fanden wir, dass der walisische Künstler die Handwerkskunst für seine Schiefercollagen ausgerechnet in Deutschland erlernt hatte.

Im Shop erstanden wir außerdem noch ein Stück des in der Schiefermine gereiften walisischen Cheddars. Natürlich durfte auch ein neuer walisischer Wegbegleiter für unseren Bulli nicht fehlen. 

Die Shopbetreiber waren unglaublich nett und versuchten uns außerdem ein bisschen die walisische Sprache näherzubringen. Wir lernten „Bore da“ für „Guten Morgen“, „diolch“ für „Danke“ und „hwyl fawr“ zum Verabschieden. Besonders das walisische „ch“ in „diolch“ hatte es uns angetan – dieser schön kratzige, kehlig ausgesprochene Laut ist für deutsche Zungen doch etwas gewöhnungsbedürftig. 

Nächster Stopp war Harlech. In dem kleinen Ort fanden wir einen kostenfreien Parkplatz am Fuße des Harlech Castle, das hoch oben auf seinem Felsen thronte. Auf dem Platz wurden Übernachtungen offenbar toleriert und so stand dort bereits eine ganze Gruppe Rentner mit vier Wohnmobilen beisammen.

Da der Regen nicht enden zu wollen schien, gingen wir einfach los, als es zumindest ein wenig nachließ. Unser Weg führte uns über die angeblich steilste Straße der Welt. Ein Schild am Eingang der Straße verriet uns das jedenfalls – und bei einer Steigung von 40 Prozent konnten wir das durchaus nachvollziehen.

Die Straße heißt Ffordd Pen Llech und war tatsächlich im Jahr 2019 für kurze Zeit Guinness-Rekordhalterin als steilste Straße der Welt. Den Titel musste sie allerdings schon 2020 wieder an die Baldwin Street in Neuseeland abgeben.

Autos durften auf dem steilsten Abschnitt nur bergab fahren. Die Zufahrt nach oben erfolgte von der anderen Seite. Bei dieser Steigung vermutlich keine schlechte Idee. Auch zu Fuß war der Aufstieg nicht gerade unanstrengend. Tatsächlich befinden sich an der Straße sogar Wohnhäuser. Die Bewohner haben also jeden Tag ihren ganz persönlichen kleinen Fitnessparcours vor der Haustür.

Am Castle angekommen zahlten wir erneut 10 Pfund pro Person und durften auch hier mit Benji gemeinsam hinein. Bis auf die Wehrgänge durfte der Kleine an der Leine überall mit uns hin. Heute ist das Schloss übrigens sogar UNESCO-Welterbe und gehört zu den vier großen Burgen von Edward I. in Nordwales.

Bevor wir die Burg über die moderne Metallbrücke betraten, durften wir uns im Besucherzentrum noch einen kurzen Film über die Geschichte des Schlosses ansehen. Und die hat es tatsächlich in sich.

Harlech Castle wurde ab 1283 im Auftrag von König Edward I. errichtet und innerhalb von nur etwa sechs Jahren fertiggestellt. Der berühmte Baumeister Master James of St George plante die Festung mit ihrem außergewöhnlichen System aus „Mauern innerhalb von Mauern“. Die Lage auf einem steilen Felsen war dabei ein entscheidender Bestandteil der Verteidigung.

Besonders clever fanden wir den sogenannten „Way from the Sea“. Über eine steile Treppe mit 108 Stufen war die Burg direkt mit dem Meer verbunden. Dadurch konnten die Bewohner auch während einer Belagerung mit Wasser und Lebensmitteln versorgt werden.

Überhaupt war die Burg ziemlich beeindruckend gesichert: Massive Außenmauern, Türme, Schießscharten und ein mächtiges Torhaus bildeten mehrere Verteidigungslinien. Das Prinzip der konzentrischen Verteidigung, also mehrere hintereinanderliegende Schutzringe, machte es einem Angreifer besonders schwer, überhaupt bis ins Innere vorzudringen.

Harlech wechselte im Laufe der Jahrhunderte trotzdem mehrfach den Besitzer. 1404 gelang es Owain Glyndŵr, die Burg einzunehmen. Sie wurde anschließend zu seinem Herrschaftssitz und Zentrum seiner Bewegung für ein unabhängiges Wales. 1409 eroberten die Engländer die Burg zurück. Im 15. Jahrhundert folgte eine weitere berühmte Belagerung während der Rosenkriege, die schließlich mit dem Fall Harlechs 1468 endete. Diese Ereignisse werden bis heute mit dem traditionellen Lied „Men of Harlech“ verbunden.

Und auch im englischen Bürgerkrieg spielte Harlech noch einmal eine Rolle. Die Burg war die letzte königstreue Festung, die 1647 an die Parlamentstruppen fiel. Durch das Kriegsende wurde der Abrissbefehl aber nie ausgeführt. Genau das dürfte mit ein Grund dafür sein, dass Harlech heute noch so beeindruckend erhalten ist.

Danach ging es endlich hinein ins Castle – das eigentlich nur noch eine, wenn auch erstaunlich gut erhaltene, Ruine ist. Die Außenmauern stehen noch fast vollständig, während sich im Inneren teilweise nur noch niedrige Mauerreste befinden, die erahnen lassen, wo früher einmal die einzelnen Räume lagen.

Nur ein kleiner Bereich war nachträglich überdacht worden, damit die dortigen Infotafeln vor dem Regen geschützt waren. Der Rest der Burg war oben komplett offen. Und so wurden wir dann doch noch richtig schön durchnässt. 

Wir warfen noch einen kurzen Blick auf den Wehrgang und machten ein paar Aufnahmen. Bei dem Regen machte es allerdings nicht wirklich Spaß, sich hier lange aufzuhalten. Die Aussicht wäre bei gutem Wetter von hier oben sicher fantastisch gewesen. Vom Castle aus kann man weit über die Küste und bis zum Meer schauen.

Tropfnass kehrten wir anschließend zu unserem Bulli zurück und wärmten uns erst einmal mit einem Kaffee auf.

Am Abend kam dann tatsächlich noch einmal die Sonne heraus und lockte uns an den Harlech Beach, der von unserem Stellplatz aus in etwa 15 Minuten zu Fuß erreichbar war. Völlig ungeplant trafen wir dort genau im richtigen Moment ein: Gerade färbte der Sonnenuntergang den Himmel rot. Und Hunde waren hier zum Glück auf der linken Hälfte des Strandes komplett erlaubt - unabhängig von einer Saison. Diese Lösung fanden wir super.

Wir genossen das endlich aufklarende Wetter, das Rauschen des Meeres und diesen wundervollen Sonnenuntergang. Nach dem ganzen Regen war das wirklich ein perfekter Tagesabschluss.

Dank des guten Wetters konnten wir am nächsten Morgen noch einen schönen Strandspaziergang unternehmen, bevor wir auf die Llŷn Peninsula weiterzogen.

Die Halbinsel soll besonders hübsch sein und viel Natur und malerische Landschaft bieten. Eigentlich hätten wir dort gerne länger als nur eine Nacht verbracht, aber bei unserem knapp bemessenen Zeitplan war das leider nicht drin. Wenn wir noch mehr Spots im Norden von Wales besuchen wollten, mussten wir langsam weiterziehen – schließlich hatten wir insgesamt nur drei Wochen für unseren Wales-Trip.

Trotzdem wollten wir uns zumindest einen kleinen Eindruck von Llŷn verschaffen und machten für eine Nacht auf der Landzunge Porthdinllaen Halt. Christoph hatte recherchiert, dass es dort das beste Strandpub der Welt geben sollte. Das wollten wir uns natürlich unbedingt anschauen.

Auf einem Campingplatz direkt am Fuße der Landzunge checkten wir zunächst ein und stellten den Camper ab. Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns zu Fuß auf den etwa 30-minütigen Weg zu dem Strandpub - dem Tŷ Coch Inn. Der Weg dorthin führte tatsächlich mitten über einen Golfplatz (wir folgten hier offiziellen Wanderschildern). Einen anderen offiziellen Fußweg gab es offenbar nicht – denn die gesamte Landzunge wird vom Golfplatz eingenommen.

Anfangs fühlten wir uns zwischen den perfekt gepflegten Rasenflächen und den offensichtlich sehr ambitionierten Golfern doch etwas fehl am Platz. Die meisten Golfer schienen das Klischee auch durchaus zu erfüllen – sie sahen aus wie Geschäftsleute oder, einfacher gesagt, ziemlich wohlhabend. 

Christoph hatte Krümel dabei und sorgte damit bei dem einen oder anderen Golfer für einen kleinen Lacher. Der Weg führte teilweise über die Wiesen und teilweise auf einem Kiesweg daran vorbei. Links und rechts konnten wir das Meer sehen – so schmal war die Landzunge tatsächlich.

Zunächst besuchten wir noch den Leuchtturm am Ende der Landzunge, bevor wir zum Pub hinuntergingen. Sogar auf der Leuchtturmplattform befand sich ein Golfabschlag. Während Christoph dort mit Benji stand, schlug direkt neben ihm gerade ein Golfer seinen Ball ab. So nah waren wir dem Golfsport bislang noch nie gekommen.

Wobei – auf dem Rückweg Richtung Pub kamen wir dem Sport dann doch noch einmal deutlich näher.

Plötzlich sauste ein Golfball ganz knapp zwischen Christoph und Marilyn hindurch und schlug hinter uns mit einem lauten „Plopp“ auf dem Boden auf. Das war haarscharf!

Warum der Mann uns nicht gesehen hatte, war uns schleierhaft. Interessanterweise wiesen überall Schilder darauf hin, dass Fußgänger auf die Golfer achten sollten. Davon, dass die Golfer vielleicht auch ein bisschen auf die Fußgänger achten sollten, stand allerdings nirgends und das obwohl Fußgänger ganz offiziell erlaubt waren. Außer uns waren auch noch einige andere Wanderer auf dem Golfplatz zugange.

Nach diesem kleinen Schreck kehrten wir kurz darauf im Tŷ Coch Inn ein. Viele Menschen saßen bereits mit Plastikbechern draußen am Boden, denn außerhalb der eigentlichen Veranda waren Gläser offenbar nicht erlaubt. Auf dieser fanden wir sogar noch einen freien Tisch.

Auffällig war, dass fast jeder Besucher einen Hund mit dabei hatte. So machten wir Bekanntschaft mit einem total süßen Windhund-Mischling, der Christoph sofort ins Herz schloss – beziehungsweise eigentlich seinen Leckerlibeutel am Gürtel. Seine Besitzer hatten alle Hände voll zu tun, ihn davon abzuhalten, über den Tisch zu klettern, um zu Christoph zu kommen. Das war ein herrliches Bild und wurde von allen mit Humor genommen.

Der Ausblick auf die Bucht, in der einige Boote bei Ebbe lagen, sowie auf die umliegenden Berge war wirklich wunderschön und idyllisch. Einen klassischen Sandstrand hatten wir direkt vor dem Pub zwar nicht, aber das störte überhaupt nicht. Das Tŷ Coch Inn liegt schließlich unmittelbar am Wasser und ist vor allem für seine außergewöhnliche Lage und die tolle Aussicht bekannt. Auch heute wird er als eines der weltweit besten Strand Pubs beschrieben. Die Biere, die wir testeten, waren ganz gut. Die Auswahl war allerdings auch sehr groß. 

Auch einige der schick gekleideten Golfer mit ihren 150-Euro-T-Shirts kamen irgendwann vom Golfplatz herunter und genehmigten sich ein Bierchen. Im Pub waren eben alle gleich. 

Kurz bevor wir gingen, wollte Krümel unbedingt noch ein Fotoshooting im Pub machen. Das Personal hatte zunächst etwas grimmig geschaut, freute sich dann aber herzlich darüber und half sogar fleißig dabei den Kleinen an den Zapfhahn zu bringen.

Warme Küche gab es an diesem Nachmittag beziehungsweise Abend im Pub scheinbar nicht und so kochten wir uns zurück auf dem Campingplatz selbst noch etwas. Das Rezept für unsere Spinat-Mandelmehl-Quiche möchten wir sehr gerne mit euch teilen.

In der Nacht konnten wir dann noch einen wundervollen Sternenhimmel beobachten. Die Llŷn Peninsula liegt weit entfernt von größeren Städten und entsprechend wenig störte die Lichtverschmutzung.

Leider war es ziemlich windig und kalt, sodass wir auf das abendliche Draußen sitzen verzichteten.

Aber nach diesem Tag unter der Erde, auf einer Burg, am Strand und mitten durch einen Golfplatz waren wir sowieso ziemlich platt.

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