Uns wurde schon ein paar Mal gesagt, dass unsere Reiseblogs zu lang seien, sodass einige Leser dabei den Faden verlieren und irgendwann nur noch Bildchen schauen. Leider fällt es uns beim Schreiben sehr schwer, uns kurz zu fassen, da uns jedes noch so kleine Detail oftmals als erwähnenswert erscheint.
Heute starten wir allerdings einen neuen Versuch, einen kurzen und knackigen Blogbeitrag zu veröffentlichen.
Am nächsten Morgen besuchten wir noch ein letztes Mal den Whitesands Beach, der direkt vor unserem schönen Campingplatz mit Meerblick lag. Es war leider zu windig und zu kühl zum Baden und so begnügten wir uns damit, ein wenig umherzuschlendern.
Gegen Mittag brachen wir dann nach Abereiddy auf. Neben dem Steinstrand des Ortes befindet sich die Blue Lagoon – eine türkisfarbene, von Schiefergestein umgebene Lagune inmitten eines ehemaligen Schiefersteinbruchs aus dem 19. Jahrhundert . Heute wird sie vor allem zum Baden, SUPen, Kajakfahren und Klippenspringen genutzt. Vor dem Strand kann man für 5 Pfund parken und läuft dann über einen kurzen Wanderweg die Klippen hinauf. Wenige Minuten später erreicht man die Blue Lagoon.
Man hat zudem die Möglichkeit, ganz nach oben auf die Klippen zu steigen und den Blick auf die Lagune und die umliegende Küste zu genießen. Ein toller Ort, der zum Verweilen einlädt. Wir gingen nicht baden, da uns das Wetter dafür doch zu kalt war – dafür aber ziemlich viele Einheimische. Zum Teil hatten diese allerdings auch Neoprenanzüge an. Das war auch erforderlich, denn die Lagune ist rund 25 Meter tief und dadurch auch etwas kühler als das umliegende Meer. Selbst in den wärmsten Monaten hat das Wasser dort selten mehr als 15 bis 17 Grad.
Nachdem wir ein Weilchen umhergeschlendert waren und die Sonne, die gerade herausgekommen war, genossen hatten, zogen wir weiter zum Strumble Head Lighthouse – einem Leuchtturm im Marineeigentum, der nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Er steht auf einem kleinen vorgelagerten Felsen bzw. einer kleinen Insel und ist über eine schmale Brücke mit dem Festland verbunden. Die Umgebung rund um den Leuchtturm ist allerdings sehr schön und so zieht er Touristen magisch an.
Die Fahrt zum Leuchtturm ist mehr als spannend – über zahlreiche kurvige Singletracks mit wenig Ausweichbuchten führt der Weg dorthin und kostet den ein oder anderen Autofahrer mit Sicherheit Nerven. Wir waren relativ entspannt, denn wir sind solche Tracks inzwischen mehr als gewohnt und meisterten diese ohne Hänger sowieso mit Bravour.
Dort angekommen gingen wir bis zur Brücke vor dem Leuchtturm. Ein Tor versperrt hier den weiteren Weg. Dafür sichteten wir in einer kleinen Bucht am Fuße des Leuchtturms eine Robbe am Ufer.
Zurück am Bulli beschlossen wir, noch ein wenig zu bleiben – Marilyn wollte ein wenig lesen und Christoph die Robbe mit seinem Handyobjektiv näher fotografieren. Als er zu dieser zurückkehrte, stand dort eine Frau, die sich Notizen machte. Sie erklärte Christoph, dass sie freiwillig für einen Naturschutzverein arbeitete und die Robben in dieser Umgebung beobachtete.
Diese Robbe hier hatte offenbar vor wenigen Tagen ein Junges bekommen, das direkt hinter ihr am Strand lag. Und tatsächlich konnte Christoph das Baby nun auch ausmachen. Zuvor hatten wir es überhaupt nicht bemerkt, da es wie ein Stein aussah. Die Frau war sich nicht sicher, ob es noch lebte, und kam deshalb täglich hierher, um zu beobachten, ob es sich bewegte.
Robbenmütter lassen ihre Jungen zeitweise allein am Strand, während sie im Wasser auf Nahrungssuche sind. Die Milch der Mutter ist extrem fettreich, sodass die Jungtiere in kurzer Zeit ordentlich an Gewicht zulegen. Trotzdem sollte man sich von solchen Robbenbabys unbedingt fernhalten und sie nicht stören. Bis zu 30 Tagen kann es dauern, bis die Robben fett genug sind um ins Wasser zu gehen.
Ohne unsere Entscheidung, noch etwas hier zu bleiben, hätten wir diese Begegnung nie gehabt und das Baby vermutlich überhaupt nicht entdeckt. Alles hat seinen Sinn im Leben...
Und so zogen wir weiter in die Preseli Hills, in denen wir am nächsten Tag den Ursprüngen der Stonehenge-Blausteine auf den Grund gehen wollten.
Auf dem Weg dahin stoppten wir für eine Übernachtung in Velindre am Pub namens The Salutation Inn. Gegen Einkehr konnte man dort kostenfrei auf dem Pub Parkplatz über Nacht stehen bleiben.
Lustigerweise verstanden wir die Einheimischen, die im Pub saßen, gar nicht mehr. Vermutlich sprachen sie Walisisch – eine jahrhundertealte keltische Sprache, die völlig anders als das uns bekannte Englisch klingt. Ganz so selten ist Walisisch allerdings nicht: Rund 27 Prozent der Bevölkerung ab drei Jahren können die Sprache heute sprechen. Auch die Bedienungen hatten einen Dialekt, bei dem wir öfter mal um Wiederholung des Gesagten bitten mussten.
Das Essen war dann auch ganz in Ordnung und hatte einen angemessenen Preis – wir aßen Chicken Curry und einen Pie mit Hähnchen und Gemüse. Zudem hatten wir einen Platz für die Nacht in der Nähe unseres morgigen Abenteuers.
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